Standards & Berichterstattung

GOTS Version 4.0 Veröffentlicht am 1. März 2014 mit einem Jahr Implementierungsfrist

Am 1. März 2014 wurde die neue GOTS Version 4.0 veröffentlicht. Die Implementierungsdeadline für die neuen Regeln ist ein Jahr nach der Veröffentlichung am 1. März 2015. Unter den relevantesten Neuerungen ist, dass nun nicht mehr bis zu 30% der Fasern nicht-kontrolliert-bio im Sinne von konventioneller Baumwolle, konventionellem Angora oder neuem Polyester sein dürfen. Nach dem neuen Standard dürfen zwar immer noch 30% der Fasern nicht-bio sein, aber nur im Sinne von regeneriertem oder recyceltem Material.

Offenlegung nicht-finanzieller Informationen bald verbindlich für Großunternehmen in EU?

Am 26. Februar 2014 einigten sich das Europäische Parlament und der Europäische Rat auf einen Vorschlag der Europäischen Kommission, dass bestimmte Großunternehmen in der EU ihre sozial- und umweltbezogenen Informationen in ihren Managementberichte offenlegen müssen. Der ursprüngliche Vorschlag umfasste ca. 18.000 europäische Unternehmen, während die neue Vereinbarung nur bestimmte Großunternehmen öffentlichen Interesses (vor allem börsennotierte Unternehmen und Finanzinstitutionen) umfasst und damit ca. 6.000 Unternehmen in der EU, die nun ihre nicht-finanzielle Performance offenlegen sollen nach Angaben von Germanwatch.

Deutsche Bundestagswahl 2013: Parteiprogramme in Bezug auf Nachhaltigkeit und Textilien?

Die Wahlprogramme der unterschiedlichen Parteien können hier heruntergeladen werden: http://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramme1.html

Screening der Wahlprogramme nach dem Begriff „Textil“:

Bündnis 90/ Die Grünen:

CEO von H&M will neues Textillabel; IVN lehnt Vorschlag ab

In einem Interview mit dem Spiegel hat Karl Johan-Persson, CEO von H&M, ein neues, weltweites Label für die Textilindustrie vorgeschlagen, das nur von den Unternehmen genutzt werden darf, die bestimmte Standards für Löhne, Umwelt und Soziales einhalten. Heike Scheuer, IVN, lehnt diesen Vorschlag ab, da die Industrie diesen Standard ihrer Meinung nach bereits hat: den GOTS.

Diskutiert wurde das Thema auch von Kirsten Brodde und Lars Wittenbrink auf Grüne Mode im Artikel „Mit Segen von oben„, der viele wichtige Fragen anspricht:

  • Brauchen wir noch ein neues, weltweites Textilsiegel (Karl-Johan Persson, H&M) oder haben wir bereits ein ausreichendes, das GOTS-Siegel (Heike Scheuer, IVN)?
  • Sollte und kann das GOTS-Siegel staatlich anerkannt werden?
  • Wie wird der GOTS mit Regenerat- und Recyclingfasern umgehen?
  • Wird es bald ein zweites GOTS-Label speziell für diese Fasern geben?
  • Sind die Sozialstandards und Grenzwerte für chemische Substanzen beim GOTS ausreichend (bzw. für welche Ansprüche)?
  • Werden GOTS-Textilien bald nicht nur in klassischen Öko-Concept-Stores und vereinzelt bei einigen Großanbietern wie jetzt schon C&A und Aldi, sondern auch bei H&M und anderen Großunternehmen für den Massenmarkt angeboten werden?

Eigene Anmerkung:

  • Braucht die Ökonische dann vielleicht sogar wieder ein neues, noch strengeres Siegel, um sich wiederum davon abzugrenzen?
  • Oder brauchen wir nicht doch eher strengere, staatliche Mindestanforderungen, die für alle gelten (auch H&M), auf der einen Seite und den GOTS als „Organic Standard“ (neben dem „Global Recycle Standard“) für ein Premium-Segment auf der anderen Seite?
  • Oder wird der GOTS den gewagten Spagat zwischen Bio und Regenerat/Recycling und den hohen und hoffentlich noch höher werdenden Ansprüchen der Ökonische und dem Massenmarkt erfolgreich meistern können?

Bio Textilien weiterhin außerhalb des Geltungsbereiches der EU Bio Verordnung

Bio Textilien werden auch weiterhin außerhalb des Geltungsbereiches der EU Bio Verordnung bleiben. GOTS sieht das als eine signifikante Lücke in der EU-Bio-Gesetzgebung. Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Überarbeitung der europäischen Politik für den ökologischen Landbau der Europäischen Kommission (DG Landwirtschaft).