CEO von H&M will neues Textillabel; IVN lehnt Vorschlag ab

In einem Interview mit dem Spiegel hat Karl Johan-Persson, CEO von H&M, ein neues, weltweites Label für die Textilindustrie vorgeschlagen, das nur von den Unternehmen genutzt werden darf, die bestimmte Standards für Löhne, Umwelt und Soziales einhalten. Heike Scheuer, IVN, lehnt diesen Vorschlag ab, da die Industrie diesen Standard ihrer Meinung nach bereits hat: den GOTS.

Diskutiert wurde das Thema auch von Kirsten Brodde und Lars Wittenbrink auf Grüne Mode im Artikel „Mit Segen von oben„, der viele wichtige Fragen anspricht:

  • Brauchen wir noch ein neues, weltweites Textilsiegel (Karl-Johan Persson, H&M) oder haben wir bereits ein ausreichendes, das GOTS-Siegel (Heike Scheuer, IVN)?
  • Sollte und kann das GOTS-Siegel staatlich anerkannt werden?
  • Wie wird der GOTS mit Regenerat- und Recyclingfasern umgehen?
  • Wird es bald ein zweites GOTS-Label speziell für diese Fasern geben?
  • Sind die Sozialstandards und Grenzwerte für chemische Substanzen beim GOTS ausreichend (bzw. für welche Ansprüche)?
  • Werden GOTS-Textilien bald nicht nur in klassischen Öko-Concept-Stores und vereinzelt bei einigen Großanbietern wie jetzt schon C&A und Aldi, sondern auch bei H&M und anderen Großunternehmen für den Massenmarkt angeboten werden?

Eigene Anmerkung:

  • Braucht die Ökonische dann vielleicht sogar wieder ein neues, noch strengeres Siegel, um sich wiederum davon abzugrenzen?
  • Oder brauchen wir nicht doch eher strengere, staatliche Mindestanforderungen, die für alle gelten (auch H&M), auf der einen Seite und den GOTS als „Organic Standard“ (neben dem „Global Recycle Standard“) für ein Premium-Segment auf der anderen Seite?
  • Oder wird der GOTS den gewagten Spagat zwischen Bio und Regenerat/Recycling und den hohen und hoffentlich noch höher werdenden Ansprüchen der Ökonische und dem Massenmarkt erfolgreich meistern können?

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